Kuennecke

Mein Name ist Ben

Flüchtlingsintegration in der Praxis

Das IHAFA Projekt ist in aller Munde. Aber was steht hinter dieser Abkürzung und wozu soll es dienen? Das Wirtschaftsministerium des Landes Niedersachsen hat in Zusammenarbeit mit den Handwerkskammern und der Bundesagentur für Arbeit das Projekt IHAFA gegründet. Das Kürzel steht für Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber. Im Rahmen des Projektes konnten ab dem 1. November 2015 Asylsuchende und Flüchtlinge in allen sechs niedersächsischen Kammerbezirken auf Handwerksausbildungen im Ausbildungsjahr 2016/2017 erfolgreich vorbereitet werden. Das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr unterstützte zunächst das Modellprojekt mit rund 1,1 Mio. Euro. Hinzu kamen teilnehmerbezogene Ausgaben, die aus Fördermitteln der Arbeitsagenturen und Jobcenter, der Handwerkskammern sowie der Landkreise erbracht wurden. Projektkoordinator ist die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen. Auf Grund des Erfolges wurde jetzt ein weiterer Etat von 1,8 Millionen Euro bereitgestellt und dadurch ermöglicht, das Projekt um weitere zwei Jahre zu verlängern. Ein deutliches Zeichen für eine gelungene Integrationsmaßnahme.


Ben mit Olaf Lies, niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Entscheidend dabei sind die handwerklichen Betriebe und KMUs, die sich bereit erklären, Flüchtlinge in ihren Betrieben aufzunehmen, um ihnen einen Weg in ein Berufsleben zu ebnen. Unsere Geschäftsleitung, die Personalabteilung und unser Betriebsrat sind sich einig gewesen, das wir als internationales, weltoffenes Unternehmen einen Beitrag in der Umsetzung des Projektes leisten können. Die Kommunikation mit den behördlichen Stellen erwies sich als überraschend unproblematisch und kooperativ und es gelangt uns schnell, einen potenziellen Kandidaten für eine Ausbildung in unserem Unternehmen zu finden. Benlacina Soumanoro, 21 Jahre alt aus der Elfenbeinküste kam zu uns – wir nennen ihn Ben. In einem mehrwöchigen Praktikum konnte Ben sein Geschick und seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Dazu zeigte er Neugier und Bereitwilligkeit zu lernen. Die Sprache war anfangs noch eine Hürde, wurde aber von Woche zu Woche besser. In kürzester Zeit war Ben allen Angestellten im Betrieb bekannt und die Belegschaft hat ihn sehr schnell aufgenommen. Sie ist bemüht um Ben, weil auch Ben bemüht ist seinen Weg mit vollem Einsatz zu gehen. Ben hat sich für ein einjähriges vorbereitendes Auszubildenden Praktikum qualifiziert. Die Mitarbeiter freuen sich über ihren lohnenden Einsatz und vor allem Ben. Er ist von seinem neuen Berufsbild des Eletronikers begeistert. Wir werden alles Nötige tun, damit Ben seine Berufsausbildung erfolgreich abschließen wird. Den Rest wird Ben schon alleine machen, den Willen dazu hat er bereits bewiesen.

Hier sehen Sie einen kurzen Filmbeitrag zu Ben: