Kuennecke

Otto Künnecke gewinnt Niedersächsischen Außenwirtschaftspreis 2016

Der Pott geht nach Holzminden! So lautet das erfreuliche Resümee zur Verleihung des Niedersächsischen Außenwirtschaftspreises, die am 27.04.2016 im Rahmen der Hannover Messe den Höhepunkt des Niedersächsischen Außenwirtschaftstages markierte. Das gesamte Otto Künnecke Team ist stolz und freut sich über den Preis, der innovative Firmen auszeichnet, die langfristig und erfolgreich international tätig sind.


Wirtschaftsminister Olaf Lies gratuliert dem strahlenden Gewinner Carl-Otto Künnecke

In einem Interview erklärt unser Geschäftsführer Carl-Otto Künnecke, was uns auszeichnet und warum es zu diesem tollen Erfolg für das Unternehmen kam:

Herr Künnecke, woher kommen Ihre kontinuierlich hohen Exportquoten?
Carl-Otto Künnecke: Nun, das liegt insbesondere daran, das die Anzahl unserer möglichen Kunden in Deutschland sehr gering ist. Wir hätten sie innerhalb kurzer Zeit mit unseren Maschinensystemen ausgestattet und der Markt wäre gesättigt. Obendrein ist die Lebensdauer unserer Produkte so hoch, das wir wohl in den nächsten 10 Jahren von diesen Kunden nichts mehr hören würden. Daher müssen wir ausländische Märkte erobern.

War Ihnen das von Anfang an klar?
Carl-Otto Künnecke: Im Prinzip ja. Wir könnten in Deutschland auch keine Autos konstruieren, wenn die Autobauer  nur den eigenen Markt im Fokus hätten. Das trifft auf uns genauso zu, bis auf die Stückzahlen.
 

Sie sind weltweit als Technologieführer ihrer Branche bekannt. Was macht sie so besonders?
Carl-Otto Künnecke: Es kommen mehrere Komponenten zusammen. Da ist zunächst einmal  das Produkt. Meistens ist es ein Personalausweis oder eine Kreditkarte. Dieses Produkt darf es nur einmal geben. Es ist also höchst individuell und bedarf strengster Sicherheitsvorkehrungen, damit hier keine Fehler passieren. Diese Kriterien treffen zunehmend auch auf andere Produkte der Industrie zu.

Welche Produkte meinen Sie?
Carl-Otto Künnecke: Medikamente, Brillen, elektronische Komponenten, chemische Produkte, ein Fahrrad, Dinge des täglichen Lebens…, es sind die individuellen Wünsche des Kunden an ihr Produkt, die die Fertigung derselben  zur Herausforderung für die Industrie machen.

Heißt das, dass Sie in der Zukunft auch andere Märkte als den Kartenmarkt bedienen wollen?
Carl-Otto Künnecke: Ja, wir haben schon damit angefangen.

Wollen Sie demnächst Fahrräder bauen oder Medikamente herstellen?
Carl-Otto Künnecke: Das nicht, aber wir sind technologisch dazu in der Lage Systeme in einer Produktionskette zu entwickeln, die das können. Insbesondere die Software, die solche Prozesse steuern und die Grundlage für diese Abläufe bilden, beherrschen wir seit Jahren aus dem ff. Das hat uns auch die weltweite Vorrangstellung in der Karten Branche gebracht. Jetzt stellen sie sich aber einmal vor, ein Mensch benötigt ein Medikament, eines, das genau auf seinen körperlichen Zustand und sein Krankheitsbild zugeschnitten sein muss. Das ist in größtem Maße ein individuelles Produkt und nur für den einen Menschen das entscheidend Richtige. Es ist einmalig und verhält sich genau wie sein Personalausweis. Um diese Sicherheit zu gewährleisten, haben wir Software und Technologien entwickelt, die das garantieren können. Dahinter steckt eine Menge Verantwortung.

Sind Sie ein Visionär?
Carl-Otto Künnecke: Das unterschreibe ich ihnen sofort. Visionen und Herausforderungen sind hier gewissermaßen mit ihrem Inhalt gleich zu setzen. Aber ich bin das nicht alleine. Mein Großvater war es, mein Vater ebenso. Beide auf ihre Weise in ihrer Zeit. Doch insbesondere auch meine Mitarbeiter, die sich diesen Herausforderungen der heutigen Zeit tagtäglich stellen und ihnen zur Realität verhelfen, sind Visionäre.

Wo finden Sie diese Mitarbeiter?
Carl-Otto Künnecke: Das ist wirklich nicht ganz leicht. Wir suchen regional und weit über die Grenzen Holzmindens hinaus.  Interessant ist immer dabei wieder, dass vielen jungen Menschen und selbst erfahrenen Erwachsenen nicht bewusst ist, welche Ressourcen und  Talente in ihnen schlummern. Wir arbeiten daran diese Ressourcen zu entdecken und ihre Talente zu fördern.

Eine einfache Frage: wie?
Carl-Otto Künnecke: Nehmen wir z.B. unser Exportgeschäft. Da ist es natürlich notwendig eine Fremdsprache zu sprechen, in der Regel Englisch. Selbstverständlich gibt es in unserem Unternehmen Englisch Unterricht in den unterschiedlichsten Abstufungen. Auch ein Auslandspraktikum bei unseren weltweiten Vertriebspartnern ist eine prima Sache. Aber auch eine humanistische Ausbildung gehört dazu. Wir gehen in andere Kulturräume, kommen in Kontakt mit anderen Menschen, mit anderen Gepflogenheiten, Sitten und Gebräuchen. Wir bereiten unsere Auszubildenden darauf vor und werfen sie nicht ins kalte Wasser. Zurzeit entwickeln wir ein neues technisch humanistisches Ausbildungskonzept, dass unsere jetzige Situation der Schulung noch weiter stärken soll. Wie Eingangs schon gesagt, wir leben vom Export, sind international aufgestellt, dementsprechend gehen wir vor.

Was lernen Sie?
Carl-Otto Künnecke: Spanisch, seit drei Jahren.

Und, erfolgreich?
Carl-Otto Künnecke: Ich kann mir etwas zu essen und zu trinken bestellen, Vorträge halten und Geschäftsbeziehungen aufbauen, aber ich wünsche mir persönlich noch das eine oder andere mehr.

Herr Künnecke, wir danken ihnen für das interessante Gespräch.